Workshop 1: Geschlecht im Recht – Kategorien und Identitätszwänge im Recht

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Wann?

Workshop-Phase 1 (Samstag, 16. November 2013, ab 15:00 Uhr)

Was?

XX, XY – Geschlecht in der westlichen Gesellschaft scheint leicht kategorisierbar. Aber wenn diese Kategorien nicht weiterführen, hört die Vorstellungskraft meist auf. Als Intersexuelle – also „zwischen“ den zwei Geschlechtern stehend – werden die Menschen bezeichnet, die körperlich weder der männlichen noch weiblichen Norm entsprechen.

Auch im deutschen Recht sind intersexuelle Menschen bis dato unsichtbar. Vielmehr bestätigt Recht dieses Konstrukt und trägt dazu bei, dass Zweigeschlechtlichkeit selten hinterfragt wird. Schon bei der Geburt besteht der faktische Zwang, das Geschlecht zu bestimmen. Auf dieser Grundlage werden medizinische Eingriffe durchgeführt, um die binären Kategorien zu wahren.

Ab 1. November 2013 tritt die neue Fassung des Personenstandsgesetzes in Kraft, durch die es erstmalig möglich wird, den Personenstandsfall ohne eine geschlechtliche Angabe in das Geburtenregister einzutragen. Aber werden dadurch intersexuelle Menschen rechtlich sichtbar? Kann ihrer Diskriminierung entgegengewirkt werden? Oder führt das „ohne Angabe“ nicht vielmehr zu einem diskriminierenden Zwangsouting?

In diesem Workshop wollen wir uns mit den Forderungen und Zielen intersexueller Menschen auseinandersetzen. Dabei wollen wir untersuchen, wie Aktivismus möglich ist und inwiefern Recht bei dessen Realisierung als Werkzeug dienen kann. Schließlich stellt sich die Frage, ob Recht ohne Geschlecht gedacht werden kann.

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