Workshop 2: Rechtliche und politische Strategien im Aufenthaltsrecht – wer spricht, wer wird von wem gehört?

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Wann?

Workshop-Phase 1 (Samstag, 16. November 2013, ab 15:00 Uhr)

Was?

Aktuell setzen Refugee-Proteste Rechtsbrüche offensiv als politisches Instrument ein. Was bedeutet das für anwaltliches Arbeiten und den politischen Kampf um Aufenthalt? Die unterschiedlichen Herangehensweisen von politischer Aktion und anwaltlicher Praxis können auseinander gehen und zu Konflikten führen. Aber auch sonst kann es in der Beziehung zwischen Mandant_in und Anwält_in zu Entmündigungen und in Folge der strukturellen Zuweisung von Sprecher_innenpositionen im Verfahren zu problematischen Stellvertretungen kommen.

Gerade im Bereich des Asyl- und Aufenthaltsrechts wird der politischen Dimension einer anwaltlichen Vertretung eine bedeutende Rolle zugemessen. In unserem Workshop soll es daher um die Frage gehen, welche Erwartungen seitens der Aktivist_innen bzw. Betroffenen an die Zusammenarbeit in rechtlichen Strategien bestehen. Umgekehrt sollen auch Erfahrungen von Anwält_innen diskutiert werden, die im Rahmen solcher Strategien tätig geworden sind. Wie lässt sich innerhalb des Spannungsfeldes zwischen Solidarität und den Vorgaben des Justizapparats aus Sicht der Betroffenen möglichst selbstbestimmt agieren. An dem Workshop werden sowohl Aktivist_innen, Supporterorganisationen als auch Anwält_innen und Vertreter_innen von Beratungsstellen beteiligt. Welche gemeinsamen Strategien können wir uns für eine funktionierende Kommunikation und Koordination zwischen allen Beteiligten überlegen?

Der Workshop wird in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung angeboten.

Political and legal strategies for the right of residence- who talks? Who is listened to?

Currently refugee-protests openly use breaches of law as a political instrument. What implication does this have for the work of lawyers and the political struggle for the right of residence? The concepts of political action and the practice of lawyers can differ from each other and lead to conflicts. Apart from this, the relationship between the client and the lawyer can lead to incapacitation. The fact that structurally predominant parties within a juridical proceedings may be more inclined to speak up can create a problematic situation concerning the representation of a client.

Especially in the area of asylum and residence law the political dimension of representation by a lawyer is emphasized. Therefore we want to discuss the expectations of activists and others interested in combining activism with juridical strategies in our workshop . At the same time the lawyers will discuss their experience with this type of cooperation. How can we lead a political, autonomous struggle by combining the idea political solidarity and meeting the demands of the law ? Which common strategies can we think of to establish a functioning communication and coordination between all persons involved? In the workshop activists, supportgroups, lawyers and representatives of counseling centers will participate.

The workshop will be in English.

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